Diesen Tag werden die Eltern der kleinen Juliana bestimmt so bald nicht vergessen. Am Montag erhielt die junge Mutter einen Anruf von uns, dass sie mit ihrem Baby nach Makuyuni kommen sollte. Juliana wurde am 29. September 2017 in der von Tandia unterstützten Gesundheitsstation geboren, am selben Tag kam die kleine Marleen in der Uni-Klinik in Gießen zur Welt. Marleens Eltern sind Tandia Mitglieder und haben die Patenschaft für Juliana übernommen. Für die arme tansanische Familie bedeutet diese Unterstützung sehr sehr viel. So kann z.B. nun die Krankenversicherung für die ganze Familie bezahlt werden.

Regina Meißner, Gründerin von Tandia, hatte die wunderbare Aufgabe, den Eltern von Juliana die Nachricht und das Geld zu überbringen.

Für die Idee unseres Schmuckprojektes konnte sehr schnell eine Frauengruppe, bestehend aus 20 Massai Frauen, gewonnen werden. Die kleine Kooperation mit dem Namen "Bead by Bead" gründete sich 2015. Ein Tourist hat damals den Bau eines kleinen Häuschens für den Schmuckverkauf finanziert. Die örtliche Lage, rückversetzt zur Straße, ist leider ungünstig. Hinweisschilder an der Straße dürfen nicht aufgestellt werden, so dass die Safari Jeeps mit den Touristen anstatt anzuhalten, vorbei rauschen. Die Aussicht auf ein besseres Geschäft d.h. mehr Schmuck zu verkaufen, kam daher sehr gelegen. Für Tandia galt es nun, den Frauen ‚schmackhaft zu machen‘, einen Teil des Erlöses für die Krankenversicherung abzugeben. Dies war nicht  einfach, denn das Konzept einer Versicherung ist unbekannt und schwer zu verstehen. Keine der Frauen kannte die lokale Krankenversicherung, den Community Health Fund (CHF), Aufklärung ist somit sehr wichtig. Wir luden zu einem Treffen ein, bei dem die Leiterin der örtlichen Gesundheitsstation, das Konzept den Frauen erklärte. Für Tandia heißt es nun in Deutschland KäuferInnen für den Schmuck zu finden, damit das Projekt funktioniert und ausgebaut werden kann.

Die kleine staatliche Gesundheitseinrichtung von Makuyuni verfügte über nur einen einzigen Raum für Schwangerenvorsorge, Entbindungen, Familienplanung und HIV/AIDS Beratung. Während einer Entbindung war der Raum für andere Aktivitäten blockiert. Um die Dienste qualitativ zu verbessern und eine Versorgung jederzeit sicherzustellen, musste die Einrichtung dringend erweitert werden.

Nach einem Jahr intensiven Fundraising, Planung und harter Arbeit stehen nun vier neue Räume ausschließlich für die Mutter-Kind-Versorgung zur Verfügung. Außerdem wurden drei Wassertanks, notwendige Laborgeräte und neue Toiletten für Personal und Patienten  gebaut. In Deutschland wäre dies kaum eine Nachricht wert, doch für unsere Partner und die Dorfbewohner in Makuyuni ist das Ergebnis dieser Zusammenarbeit eine großartige Sache. Eine eigene Dusche und Toilette für entbindende Frauen ist bislang einmalig im Distrikt. Viele Babys sind hier inzwischen schon sicher zur Welt gekommen.

Meilenstein zur Verbesserung der diagnostischen Möglichkeiten

Ein wichtiger Meilenstein für eine qualitativ bessere Gesundheitsversorgung der Menschen in Makuyuni ist das neue Labor der Gesundheitsstation, die auch HIV/AIDS Behandlungszentrum ist. Mit finanzieller Unterstützung aus Deutschland konnten zwei Laborräume renoviert und mit Laborgeräten ausgestattet werden. Mit dem neuen Blutanalysegerät können nun HIV Patienten effektiver behandelt und opportunistische Erkrankungen schneller diagnostiziert werden. Zwei Laboranten wurden durch ein spezielles Training in die fachgerechte Bedienung der neuen Geräte eingewiesen. Das neue Labor konnte im Juli 2017 seine Arbeit beginnen.

25 Gesundheitsarbeiter aus den Basisgesundheitseinrichtungen des Landkreises Monduli wurden über zwei Tage theoretisch und praktisch in Seuchenvorsorge fortgebildet. Der Workshop wurde von Tandia und Dr Titus, DMO Monduli gehalten. Das Thema war von großem Interesse und zeigte den praktischen Schulungsbedarf beim medizinischen Personal. Zur Seuchenvorsorge gehört auch, dass Schutzkleidung und Desinfektionsmittel vorhanden sind, um sich bei einem Seuchenausbruch (z.B. Cholera) nicht anzustecken. Schutzkleidung und Hygiene reduzieren das Ansteckungsrisiko bei allen übertragbaren Krankheiten. Während der Schulung wurde die Anwendung von  „Personal Protective Equipments“ (PPE) erläutert. Auch das 'richtige Hände waschen' wurde praktisch geübt. Während der Ebola Epidemie in Westafrika haben sich etwa 900 Gesundheitsarbeiter angesteckt, und mehr als 500 sind an der Seuche gestorben.