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Gesundheit u. Gesundheitssystem

"Gesundheit ist nicht Alles, aber ohne Gesundheit ist Alles nichts"
A. Schopenhauer

Für viele Menschen in Tansania ist eine notwendige Gesundheitsversorgung unerreichbar und unerschwinglich. Einige Ursachen für den Mangel sind fehlende oder kostspielige Medikamente, ungenügendes Management, baufällige Einrichtungen, schlecht ausgebildetes oder fehlendes Gesundheitspersonal. Zum Beispiel gibt es im Landkreis Monduli für seine 177.000 Einwohner nur 7 Ärzte, davon arbeiten 5 im Kreiskrankenhaus. Zum Vergleich stehen in Deutschland 100.000 Einwohnern 380 Allgemeinärzte zur Verfügung.

Mütter warten mit ihren Babys auf die Vorsorgeuntersuchung vor einer Gesundheitseinrichtung
Mutter mit Kind beim Stillen, ein lebensnotwendiger Prozess für die Säuglinge in den ersten sechs Monaten

Die Mütter- und Säuglingssterblichkeit ist in Tansania immer noch erschreckend hoch, was vor allem an der unzureichenden professionellen Betreuung liegt. In den Gesundheitseinrichtungen fehlen vor allem erfahrene Hebammen. Zudem misstrauen viele Frauen einer guten Betreuung und entbinden lieber zuhause. Die Reduzierung der Mütter- und Säuglingssterblichkeit steht auf der nationalen Agenda ganz oben. Unsere Unterstützung für diese Zielgruppe ist deshalb höchst willkommen.


Das allgemeine Krankheitsspektrum umfasst Durchfallerkrankungen (unsauberes Trinkwasser), akute Atemwegs-erkrankungen, Tuberkulose, Malaria und andere Tropenkrankheiten, aber auch chronische Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf, Bluthochdruck und Krebs sind nicht selten. Unfälle bleiben wegen der fehlenden Behandlungs-möglichkeiten häufig unversorgt. Bei 1/3 der Kinder sieht man Zeichen der Unterernährung. Die Verteilung von Gesundheit und Krankheit ist von Faktoren wie Geschlecht, Alter, Status, Einkommen, Wohnort, Bildung etc. abhängig. In Tansania sind bestimmte Stämme z.B. die Massai benachteiligt.

Untersuchungsraum für Neugeborene
Krankenschwester in einer Gesundheitseinrichtung vor einem Medikamentenschrank

Ein großes Gesundheitsproblem sind die sexuell übertragbaren Krankheiten. Trotz Fortschritten bei der Behandlung bleiben z.B. HIV Infektionen ein ernstes Problem. Für HIV positive Schwangere ist eine sofortige medikamentöse Einstellung notwendig, um die Übertragung auf das ungeborene Kind zu verhindern. Die PMTCT-Programme (prevent mother to child transmission) sind sehr erfolgreich, sofern die Behandlung mit den antiretroviralen Medikamenten rasch beginnt und konsequent durchgeführt wird. Die Kontrolle erfordert regelmäßige laborchemische Blutunter-suchungen mit speziellen Laborgeräten.

Zur Finanzierung: Obwohl die Gesundheitsversorgung vom Staat sichergestellt wird, zahlen Menschen bis zu 80% der medizinischen Behandlungskosten aus eigener Tasche. Vielerorts werden private den staatlichen Gesundheitseinrichtungen vorgezogen in der Hoffnung eine qualitativ bessere Behandlung zu erhalten. Häufig ist dies ein Trugschluss und es besteht ein hohes Risiko durch Krankheitskosten zu verarmen. Deshalb möchten wir dazu beitragen die Versorgungsqualität überall, auch in den staatlichen Einrichtungen zu verbessern, wo medizinische Behandlung nichts oder nur minimal kosten sollte

Die großen Kinder müssen sich um die Kleinen schon zeitig kümmern
Für die Bevölkerung auf dem Land sind die kleinen Stationen meistens die einzige Anlaufstelle bei Krankheit und Gesundheitsproblemen